”Was
ist deutsch?”
Deutschnationale
Volkstumsideologie im Kontext von Othmar Spanns Lehre des Universalismus
Das Referat erörtert das Konzept der Nation bei Othmar Spann sowie Stellenwert und Funktion der Sprache in seinem Denken, insbesondere anhand des Aufsatzes ”Über den Begriff der Nation” (1914) und des Vortrags ”Vom Wesen des Volkstums. Was ist deutsch?” (1920). Ausgangspunkt ist dabei die Integration von Sprache und Nation in sein Denksystem des Universalismus. Spanns Definition dieser Kategorien steht in einem Spannungsfeld der Abgrenzung von und Aneignung zentraler Vorstellungen wie ”Rasse” und ”Volkstum”. Die idealistische Tradition und die Berufung auf die Romantik, die Spann in seinem Denken explizit fortführt, haben die Konzeptualisierung von Nation als ”geistige Gemeinschaft”, die sich durch einen gemeinsamen ”Kulturinhalt” definiert, zur Folge. Sprache gilt in diesem Kontext als ”formale Bedingung zur Aufnahme geistiger Inhalte”, die die Nation jedoch noch nicht definiert. Das Referat analysiert diesen theoretischen Zugang und setzt sich des Weiteren mit den Fallbeispielen auseinander, die Spann zur Illustration seiner Vorstellungen benützt, die aber gleichzeitig seinen Deutungen zugrunde liegen. Seine Auseinandersetzung mit den Begriffen erweist sich als Methode der dem Anspruch nach unpolitischen Stellungnahme zu den ethnisch-nationalen Konflikten der ausgehenden Habsburgermonarchie und der frühen Zwischenkriegszeit. Insbesondere der tschechisch-deutsche Nationalitätenkonflikt in Böhmen und Mähren ist dabei ein ständiger Ausgangs- und Bezugspunkt von Spanns Argumentation.