Österreichisch–Ungarisches
interdisziplinäres Symposium
28-29.
März 2003
Haus
der Ungarischen Fotographen (Mai-Manó-Haus),
H-1065
Budapest, Nagymezõ
u. 20.
Wissenschaftliches
Konzept:
Dr.
Volker Munz, SFB ”Moderne”, Universität Graz
Prof.
Dr. Katalin Neumer, Institut für Philosophische Forschung der Ungarischen
Akademie der Wissenschaften
Veranstalter:
SFB
”Moderne” Universität Graz
Institut
für Philosophische Forschung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften
Austrian
Science and Research Liaison Office, Budapest
Förderer:
Aktion
Österreich-Ungarn
Kulturforum
Austria, Budapest
Die Begriffe ”Sprache” und ”Denken” sowie ihre Relation zueinander erscheinen in einer ersten Annäherung u.a. als Gegenstände sprachtheoretischen und –philosophischen, erkenntnistheoretischen oder psychologischen Untersuchungen. Der Ausdruck ”Nation” hingegen gehört auf den ersten Blick zum Bereich der Geschichtsschreibung, und zwar in einem weiten Sinne, welcher nicht nur politische Ereignisse, sondern auch Kulturphänomene, Ideengeschichte, Literatur, Musik und Kunst umfaßt. In einigen Perioden allerdings traten die genannten Begriffe auch in verknüpfter Form auf, etwa in der Epoche der Bildung moderner Nationen und Nationalstaaten sowie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei ist besonders interessant, dass diese auf den ersten Blick bloß von aktuellen Interessen und Situationen ins Leben gerufene Verflechtung auch in theoretisch bedeutenden Schriften ihren Niederschlag fand, und zwar in einer Weise und Dominanz, welche uns auch heute noch zu weiteren Überlegungen veranlassen kann. Besonders prägnant zeigt sich diese Problematik in den dichotomischen Phänomenen der Donau–Monarchie: trotz fehlender Nationalstaatlichkeit erschien sie durch ihre heterogenen politischen und kulturellen Geistesströmungen und Bewegungen für die Konstruktion und Verstärkung nationaler Identitäten geradezu prädestiniert.
Das bilaterale Symposion setzt sich nicht nur zum Ziel, die im engeren Sinne verstandenen Probleme der Donaumonarchie zu thematisieren, sondern sie auch in den oben genannten weiteren allgemein–theoretischen Zusammenhang zu stellen.Neben philosophischen bzw. geistesgeschichtlichen und dabei insbesondere sprachkritischen Beiträgen zur Frage der Bedeutung verbaler und nonverbaler Ausdrucksformen bildet die Rolle des Nationenbegriffs somit einen weiteren Schwerpunkt der zweitägigen Veranstaltung.